Wissenswertes über Sandskulpturen und die häufigsten Fragen (FAQs)
Die Ursprünge der Sandskulpturen
Schon 4.000 Jahre vor Christus nutzten die Ägypter Sand als Hilfsmaterial
für den Bau von Pyramiden. Auch die Modelle der Riesenbauten wurden aus
Sand hergestellt. Die Entwicklung von Sandskulpturen als Kunstform jedoch
hat ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten. Dort wurden zu Beginn des
20. Jahrhunderts zahlreiche Sandskulpturen-Wettkämpfe und -veranstal-
tungen organisiert. Als Bühne dienten Strände in Florida und Kalifornien.
Dabei wurde mit unterschiedlichen Sand-Arten und Techniken experimen-
tiert. Auf diese Weise konnte nicht nur die künstlerische Qualität gesteigert
werden, sondern wurde auch der Bau von riesigen Skulpturen ermöglicht.
Was ist eine Sandskulptur?
Ganz einfach gesagt, ist eine Sandskulptur ein Bauwerk, das nur aus Sand
und Wasser hergestellt ist. Das kann das allseits bekannte Sandschloß sein,
aber auch eine Komposition aus anderen Architekturformen, anatomische
Figuren (Menschen und Tiere) und Gegenständen sein. Wenn der richtige
Sand und die richtige Technik verwendet wird, kann fast jede Form aus
Sand gestaltet werden.
Sand, Sand, Sand
Sand scheint immer gleich auszusehen, aber der Schein trügt. Sand gibt
es
in den unterschiedlichsten Formen. Die Herkunft bestimmt, für welchen
Zweck er geeignet ist. Die Herkunft des Sandes ist organisch oder minera-
lischen Ursprungs. Organische Sandkörner sind winzige Teile von Korallen,
Muscheln und Fossilien. Diese Arten findet man im Bereich von Salzwasser.
Mineralischer Sand oder Sand aus Gestein besteht aus kleinen Stückchen
Mineralien und Gesteinen und stammt aus bergigen Gegenden, beispiels-
weise den Alpen. Mit Hilfe fotografischer Vergrößerungen kann man diese
Unterschiede gut erkennen. Der Sand wird nicht chemisch behandelt, kann
also nach jeder Aktion problemlos entsorgt werden.
Skulptursand: Körner von unterschiedlicher Größe
Um schöne und steile Sandskulpturen bauen zu können, benötigt man
Sand, den man hoch stapeln kann. Wie gesagt, die Kornform ist dabei
von besonderer Bedeutung. Wer schon einmal versucht hat, Murmeln zu
stapeln, weiß, dass das nicht gelingt. Stapelt man dagegen Würfel, ist
das kein Problem. So verhält es sich auch mit Skulptursand. Strandsand
beispielsweise ist rundgewaschen durch die Gezeiten und die Bewegung
der Wellen. Damit kann man also nur schwer bauen. Der ideale Skulptur-
sand hat ein eckiges Korn und ist weniger stark abgeschliffen. Dieser
ideale Skulptursand kommt aus dem Fluß Maas und wurde mit dem Fluß-
wasser von den Alpen her mitgeführt. Diese mineralischen Sandkörner
sehen
noch wie Würfel in verschiedenen Größen aus, die in- und
aufeinander passen.
Das Grundprinzip
Die heutigen Techniken, die beim Bau einer Sandskulptur angewendet
werden, sind nicht viel anders, als im Altertum. Sie sind simpel und können
von jedem erlernt werden. Ob man nun eine große Skulptur von 16 Metern
Höhe oder eine kleine von knapp einem Meter bauen möchte, für beide gilt
dasselbe Prinzip, und für beide wird dieselbe Vorgehensweise angewendet.
Die folgenden Bauprinzipien gelten grundsätzlich:
1.
Aus losem Sand fertigt man einen festen Block aus angefeuchtetem
Skulptursand, der Lage für Lage in einer Form (sog. Mallen) angestampft
wird. Das Füllen der Mallen wird so lange wiederholt, bis die gewünschte
Höhe erreicht ist.
2.
Das Schneiden von Formen aus dem harten Sandblock. Dies geschieht
immer von oben nach unten.
Die Ausrüstung der Carver (Sandskulpturen-Künstler) ...
Zum Anstampfen des Sandes werden die sog. Mallen verwendet.
Diese
Mallen können in Form und Größe variieren. Die kleinste Malle,
die verwendet wird, ist eine Plastikröhre von 30 cm Länge und einem
Durchmesser
von 12 cm. Größere Mallen werden gefertigt, indem
hölzerne Wände mit
einer Höhe von 60 cm ineinander gesetzt werden.
Indem die unterschiedlichen Wände aneinander gehängt werden,
können Formen jeder gewünschten Art gefertigt werden. Vom Viereck
zum Achteck mit einem Durchmesser von bis zu 10 Metern.
Zum Schneiden des Sandes wird spezielles Werkzeug benötigt. So
heißen
die Werkzeuge für die gröbere Arbeit „Tools“, die für die feinere
Bearbeitung heißten „Tooltjes“. Für Detailarbeiten werden Teppichmesser
verwendet. Als größere „Tools“ sind Maurerkellen hervorragend für die
gröberen Arbeiten geeignet. Von einem Kran über eine Schippe bis zu
Strohhalmen und Pinseln läßt sich alles als Werkzeug verwenden. Die
Konstrukteure wechseln unter einander Tipps aus und besprechen die
einzelnen Werkzeuge gründlich. So hat jeder Künstler sein eigenes
Lieblingswerkzeug, das in Zusammenhang mit seiner Spezialität im
Bereich des Skulpturenbauens steht.
Sprachgebrauch
Im Laufe der Jahre entstand ein richtiger Jargon. Die amerikanischen
Einflüsse sind hier deutlich zu spüren. Hier ein Auszug aus den Jargons
der Sandskulpturenkünstler:
carven
Das Schneiden des Sandes
Carver
Sandskulpturenkünstler
casting tube
Eine Plastikröhre, die zur Festigung verwendet wird
cathy-tool
Ein aus den USA importiertes Werkzeug, das erstmals vom
gleichnamigen Sandskulpturenkünstler verwendet wurde
compacten
Das Verdichten des Sandes durch Nässe und Anstampfen
cut-through
Ein völlig ausgehöhlter Block Sand, durch den man
durchsehen kann, wie beispielsweise ein Tor oder ein Bogen
levellen
Etwas mit der Wasserwaage ebnen
Sand sculpting
Sandskulpturen bauen
Tools
Werkzeug für gröbere Arbeiten
Tooltjes
Werkzeug für Detailarbeiten
under-cut
Ein überhängendes Sandstück, beispielsweise
bei einem Dachrand
wacken
Das Anstampfen des Sandes, auch compacten genannt
Wacker
Ein mechanischer Stampfer, der für größere Skulpturen
eingesetzt wird, wird auch im Straßenbau verwendet
Häufig gestellte Fragen (FAQs):
Bestehen die Skulpturen ausschließlich aus Sand und Wasser?
Ja, es wird nur mit Sand und Wasser gearbeitet.
Was passiert bei einem Außenaufbau, wenn es regnet?
Wenn es regnet, geschieht mit der Sandskulptur nichts. Das Regenwasser
wird vom Sand aufgenommen und verdampft wieder, wenn es nicht mehr
regnet. Nur bei heftigem Platzregen kann auf den horizontalen Flächen
eine Art „Granolstruktur“ durch den Einschlag der Regentropfen entstehen.
Was geschieht, wenn es windig ist oder stürmt?
Wind ist für Sandskulpturen kein Problem. Da der Sand derart fest
angestampft ist, hat der Wind keine Angriffsfläche. Eine Sandskulptur
kann problemlos Windstärke 7 überstehen.
Muß man Kunst studiert haben, um Sandskulpturen bauen zu können?
Nein, jeder kann die Basistechniken erlernen. Man muß nur Geduld
haben,
viel üben und ein wenig Gefühl für Formen haben. Darüber
hinaus muß
man schwer arbeiten können, denn das ‚Compacten‘
(Verdichten des
Sandes durch Nässe und Anstampfen) kann
körperlich sehr anstrengend sein.
Wie lange kann eine Sandskulptur stehen bleiben?
Wenn eine Sandskulptur draußen errichtet worden ist, kann sie monatelang
stehen bleiben. Der niederländische Rekord liegt heute bei 1 Jahr und 9
Monaten – die Sandskulptur in Madurodam (Niederlande), die selbst den
Winter überstanden hat. Der Rekord in Kalifornien liegt bei 2 Jahren. Wenn
eine Skulptur in einer Räumlichkeit errichtet wurde, kann sie Jahrzehnte
stehen bleiben, wenn sie nicht berührt wird.
Muß man eine Sandskulptur immer wieder naßspritzen, wenn
sie fertig ist?
Nein, nur während der Arbeit an der Skulptur muß der Sand feucht sein.
Dazu verwenden die Künstler herkömmliche Pflanzensprüher. Wenn die
Skulptur fertig ist, kann sie ganz austrocknen. Sie fällt auch dann nicht
auseinander, weil der Sand so stark komprimiert worden ist.
Finden Carver es nicht schlimm, wenn ihre Sandskulptur
abgerissen wird?
Nein, wenn es mit Respekt geschieht. Jeder, der eine Sandskulptur baut,
weiß, dass sie nur vorübergehende Kunst ist. Darüber hinaus geht es um
die Erstellung der Skulptur, und ein Foto ist die beste Erinnerung. Der Bau
einer neuen Sandskulptur ist immer wieder eine neue Herausforderung.
Wer sind unser Partner?
Das Sandskulpturenteam aus den Niederlanden
Dieses Sandskulpturenteam beschäftigt sich bereits seit Februar 1991 mit
dem Bau von Sandskulpturen. Die Mitglieder der ersten Stunde waren
Architekturstudenten der Technischen Universität Delft.
Im Laufe der Zeit ist das Phänomen Sandskulptur immer bekannter
geworden. Vor allem die in Holland errichteten Sandskulpturen am Strand
des niederländischen Badeortes Scheveningen (von 1991 – 1999 jährlich),
des belgischen Küstenortes Zeebrügge (seit 1997 jährlich), in Almere
(Holland, seit 1999), in Hardelot (Frankreich, seit 2000 jährlich) und in
Zhousang (China, seit 2001 jährlich) haben zur Popularität dieser
Kunstform beigetragen.
Internationale Skulpturen-Künstler
Diese haben über viele Jahre Erfahrungen mit dem Bau von Sandskulpturen
sammeln können. Einzelheiten zu Ihnen entnehmen Sie bitte unserem Link
‚Künstler‘.
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